Mit Dreier-Racing zum Saisonabschluss nach Croix en Ternois (F) 03. & 04. Oktober 2006

 

 

Ziemlich spontan entschloss ich mich zur Teilnahme an diesem Event.
Da das Training über den Dienstag und Mittwoch ging,
blieb über das Wochenende noch genügend Zeit zum Umbau.
 

Hier noch im Straßenoutfit:

und im Rennkleidchen :

Die zugeteilte Startnummer 14 :

 

Montagvormittag machte ich mich dann auf den Weg zum knapp 400km entfernten Ziel.
Die Anfahrt verlief durch die Niederlande über Belgien nach Arras (Frankreich) recht unspektakulär,
was sich aber noch ändern sollte...

Reichlich Verteilerkreise können die Franzosen ja bauen,
nur an der Ausschilderung der Landstraßen hapert es enorm.
Die gewünschte "N39" geschweige der Zielort "Croix en Ternois"
oder die Rennstrecke selbst konnte ich selbst nach mehreren Stadtrundfahrten nicht finden.

 

Hier ein Bild des wirklich schönen Marktplatzes von Arras:

 

der Eingang der Universität:

 

Nach einer Stunde "Sightseeing" (man könnte es auch genervt durch Kreisverkehre jagen nennen)
musste ich wohl oder übel um Hilfe bitten. Als erstes ließen mich zwei Motorradpolizisten mit
einem Schulterzucken abblitzen was meine Vorurteile gegenüber den Franzosen schnell wieder aus
der Erinnerung holte - da war doch was... An zwei Tankstellen stellte man sich auch dumm
und wollte mir selbst auf dem Stadtplan nicht den richtigen Weg zeigen, was mich langsam zur Weißglut trieb!
Diese ver**** Franzköppe murmelte ich vor mich hin und irrte weiter durch die Stadt.
 

Ich beschloss mich nicht weiter aufzuregen, schließlich hatte ich ja Urlaub.
Aus dem Autoradio dröhnte "We build this city" von Starship, was mich irgendwie zum schmunzeln brachte.
An einer Total Tanke nahm ich dann schließlich meinen ganzen Charme und Mut zusammen und schlenderte
mit einem völlig übertriebenen, freundlichen Lächeln Richtung Kasse. Die Nachfrage nach Englisch oder
Deutsch erübrigte sich erwartungsgemäß recht schnell, doch war die nette Dame sehr darum bemüht mir zu helfen.
Schließlich drückte sie mir diesen "heiligen Zettel" in die Hand der die Lösung des Problems war:

 

 

"Saint Pol sur Ternoix" hießen also die magischen Worte, die auch auf Straßenschildern zu finden sind.
Schon sehr komisch, daß diese nicht von allen Franzosen auszusprechen sind...
In guter Hoffnung machte ich mich weiter auf den Weg Richtung des lang ersehnten Zieles,
jedoch trübte das Wetter meine gerade noch um 90% gestiegene Stimmung:

 

Montagabend nach fünfeinhalb Stunden Fahrzeit und ca. 430km erreichte ich das Fahrerlager,
welches schon von einigen gleich gesinnten Aufzündern in Beschlag genommen wurde.
Anhand der Kennzeichen hätte man auch denken können man befindet sich auf einem Parkplatz
vor einem Einkaufszentrum im Ruhrgebiet.

Das Wetter lies sehr zu wünschen übrig und wenn es nicht wirklich regnete drang feiner
Nieselregen durch. Ein richtiges Schweinewetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagen würde.
Selbst "Pom Pom" die frisch aus Griechenland importierte Mischlingshündin meiner Nachbarn zog es
freiwillig vor, sich im Wohnwagen zu verkriechen.

 

 

Nichts desto trotz drehten einige französische Biker ihre Runden auf der wirklich nicht großen
(1,9km langen und ca. 9m breiten) Rennstrecke von Croix en Ternois die mich an eine etwas
zu groß geratene Kartbahn erinnerte. Da ich zwei Kombis und Regenkleidung im Gepäck hatte und
die 750er auf nagelneuen Pilot Power auf ihren Einsatz wartete beschloss ich mich schon dazu
mir ein privates Regentraining zu gönnen falls am nächsten Tag keine Besserung eintreten sollte.
Schließlich hatte ich noch Schrudi´s Worte im Ohr: "Regen kann auch Spaß machen!"

 

Der erste Blick auf die Strecke:

Der erste Blick in die typisch französischen Örtlichkeiten:

 

Pfui Deibel... (Bananen essen angesagt!)

 

Der Abend verlief wie gewohnt gemütlich mit Grillen und einigen Bierchen und dem
kennen lernen neuer Aufzündgenossinnen und ~genossen. An dieser Stelle recht herzlichen
Dank an die "Gang" aus Recklinghausen, die mir für den Abend ein Plätzchen unter ihrem Pavillon frei machten.

Als ich am nächsten Tag wach wurde, war es immer noch dunkel und ich bemerkte, dass es durch einen kleinen
Spalt im Fenster hindurch geregnet hatte. Na prima dachte ich, drehte die Decke und schloss noch mal die Augen.
 

Beim nächsten Erwachen war es genau so dunkel, jedoch hörte ich schon Stimmen in der Nähe
(nein, nicht die üblichen Stimmen die mich verfolgen) sondern die meiner Nachbarn.
Nur sehen konnte ich irgendwie niemanden und ich kroch erst mal aus meinem Auto. Na das war eine Suppe da draußen...
Ich muss ganz schön schlimm ausgesehen haben, so dass mir meine Nachbarn direkt einen Kaffee anboten den ich dankend an nahm.

 

Nebel in der Boxengasse:

 

Dieses Bild zeigt nicht die Start / Ziel Gerade sondern die Einfahrt zur Strecke:

 

Durch den frischen Wind lockerte sich der Himmel etwas später auf,
so dass wir die ersten Runden im Bummelkonvoi drehen konnten um erstmal die Strecke zu erkunden.
Ca. eine Stunde später wurde es trocken und wir hatten freies Fahren:

 

Hier "Pabi" Start Nr. 40 von www.Bikerszene.de auf seiner SP2:

 

Einer meiner Nachbarn aus der "Suzuki-Gang-Recklinghausen" :

 

Irgendwie wollte die Strecke nicht an allen Stellen abtrocknen:

Ingo mit der Startnummer 12 auf einer 99er SRAD:

 

Wolfgang mit der #47:

 

Pabi auf Duc-Jagd:

 

Ralf mit "der wilden 13" :

 

Michael auf seiner 750er K2 mit der #64:

 

Die Start / Ziel Gerade von der Boxenmauer:

 

Slicks auf feuchter Strecke? Kein Problem....

 

Die Bikes der Recklinghausener-Suzi-Gang:

 

Randolf mit der Startnummer 3:

 

Normalerweise tummeln sich wohl solch dosenähnliche Gefährte auf der Piste:

Spektakulär:

Mein Fazit des ersten Tages: Freies Fahren ohne Gruppeneinteilung ist der Hit!
Jeder kann so viel fahren, bis ihm schwindelig wird. Trotz des nicht gerade besten Wetters
stehen gute 180km mehr auf dem Tacho was ca. 90 Runden entspricht. Wider erwartend macht
diese Micky Mouse Strecke richtig Spaß, ist aber auch anstrengend. Der Muskelkater am nächsten Morgen
hat dieses übrigens bestätigt. Meine Schwuchtel-Rundenzeiten im Regen waren ca. 1:20 Minuten,
auf abgetrockneter Strecke zwischen 1:08 und 1:10 Minuten. Die Cracks brauchten knapp eine Minute.
Gerade beim Anbremsen steckt noch ne Menge drin, wenn da der Kopf nur mitspielen würde
und dieses Kiesbett am Ende von Start/Ziel nicht so schnell beängstigend angeflogen käme.
V/Max an "meinem" Bremspunkt war laut Tacho ca. 200 km/h, was der Digitacho mit 186,4 km/h bestätigte.
Mit meinem Kurvenspeed war ich schon ganz zufrieden, es sollte ja auch wieder alles heil nach Hause kommen.

Übrigens eine - wie ich finde - sehr bremsenmordende Strecke (ja ja ich bin eine Bremsenschwuchtel),
den wandernden Bremspunkt konnte ich erstmal durch den Tausch der SV Beläge gegen SRQ´s etwas beseitigen.
CRQ´s in Verbindung mit DOT 5.1 wären hier wohl die bessere Wahl gewesen aber die hatte ich gerade nicht im Handgepäck.

 

- Hier gibt es drei Runden on board meiner GSX-R 750W -

(Camera war nur  getaped, bitte nicht beschweren)

 

Pünktlich zum Feierabend kam der Regen zurück:

 

Der sich bis zum nächsten Tag hinzog und ich mich vollen Mutes als einziger auf die Strecke begab.
Ja Schrudi: Auch Regen kann Spaß machen! So kam ich zu meinem persönlichen Regentraining und konnte
auch auf nasser Strecke wieder einiges dazu lernen und mehr Vertrauen in die MPP im Regen gewinnen.

 

Wenn Michael nicht gefahren ist, hat er übrigens nur gefuttert:

 

Um die Mittagszeit trocknete die Strecke sogar richtig ab:

 

Zum Glück hatten die Streckenposten fast nichts zu tun:

 

Der Dienstagnachmittag wurde richtig schön. Meine beste Rundenzeit purzelte auf 1:06 Minuten
und ich war mit mir zufrieden. Ich beschloss es auch nicht mehr drauf anzulegen und wir
taten uns mit einigen Leuten in einer kleinen Gruppe zusammen um richtig Spaß zu haben!

Am Ende des zweiten Tages standen dann wieder über 220 km auf der Uhr was insgesamt 400 km
bzw. 200 Runden in zwei Tagen bedeutet und ich stand kurz vor einem Drehwurm...

We survived:

 

Wir beschlossen alles wieder zu verpacken (wie groß doch manche Wohnmobile sind), aufzuladen
und den Abend bei einem Feierabend-Bier ausklingen zu lassen um am nächsten Morgen entspannt
die Heimreise antreten zu können.

 

Am späten Abend wurde in den Boxen noch gearbeitet:

 

Der Abendhimmel über der Strecke:

 

Braucht noch jemand etwas Gummi?

 

 

Gute Nacht Fronkreisch!

 

Vielen Dank an Randolf und das Team von Dreier-Racing !  Bis zum nächsten mal.

 

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