4 Stunden Mofarennen MSC-Kleinhau 2005
Wie es so oft geschieht, bekommt man die besten Ideen in einer gemütlichen Runde bei ein paar Bierchen:
Mofarennen - das wär´s doch!
Ja nee is klar.
Und so nahm
die Geschichte ihren Lauf...
Eine Veranstaltung in der Nähe wurde schnell gefunden:

Das zugehörige Mofa erwarben wir für
50€. Dieses diente in den letzten Jahren nur dazu einen älteren Herren
täglich mit etwas Blut im Alkohol von seiner Stammkneipe über Feldwege nach
Hause zu führen.

Zugegeben, ihr Einsatzzweck
lies sich nicht leugnen und die schönste war sie auch nicht gerade...![]()
Aber sie sprang zumindest an und lief auch, etwas zumindest. Also hatten wir
noch eine Menge Arbeit vor uns.
Die benötigten Ersatzteile fanden wir in Marc´s gut sortiertem Cycle Shop (Tel.:
02421 392677) in Merzenich.
Dort fragte man uns auch gleich ob wir auch so verrückt wären um beim Mofarennen
an den Start zu gehen.
Das hätte uns schon zu denken geben müssen, dazu aber später mehr.
Da das Kind auch einen Namen
brauchte tauften wir unsere Prima 5S auf den Namen "Lululuder".
Nun konnten wir mit der Arbeit beginnen!
Das Luder wurde zuerst in seine Einzelteile zerlegt und zwei Rahmenverstärkungen eingeschweißt.


Da wir uns mit diesem schwuchtel-Blau nicht auf die Strasse trauten, entschlossen wir uns für ein kultiges Mattschwarz.

Der Vergaser wurde auf 13mm
aufgebohrt, Gasschieber um 3 mm gekürzt, der Schwimmer in kleinster Handarbeit
angeschliffen.
Die hintere Bremse gereinigt und neu belegt, neuer Hinterreifen & die hinteren
Raglager von Konuslager auf Rillenkugellager umgebaut.

Der Tank wurde gespült und vom
innerlichen Rost befreit, die Gabel zerlegt und gereinigt.
Der Motor komplett neu abgedichtet, ein neuer Kettensatz mit 54er Kettenblatt
besorgt.
Der erste Probelauf des Motors fand im Schraubstock auf der Werkbank statt.

Nach dem der Probelauf zufrieden stellend ablief, konnte der Zusammenbau beginnen...

Der große Tag war gekommen und wir machten uns auf nach Kleinhau und bezogen unsere "Box".

Da stand unser Luder in seiner vollen Pracht und
wir waren schon etwas stolz,
zumindest bis unsere Nachbarn mit ihrem Professionellen Renngerät eintrafen und
den Spruch brachten:
"Wenn ich ne Hercules fahren müsste,
würde ich auch schon morgens um 10 Uhr nen Bier trinken"
![]()

Tom#2 zur ersten Proberunde

Professionelles Aufkleben der Startnummer

Danach ging´s zur technischen Abnahme und zum Anbau des Transponders




Vor dem ersten Trainingslauf war auch noch alles ganz, was sich schnell ändern sollte...


Start zum Training


Nach der ersten (!) Runde kam Bauer direkt wieder rein
und schrie: "Reparier mal!"
Das gestaltete sich eher als schwierig, da der komplette Auspuff am Zylinder
abgerissen war.
Also mit dem Stiefel die Halterung weggetreten und weiter ging´s - ab sofort
etwas lauter...


Die Stunde Training stellte sich
als verdammt anstrengend heraus.
Der obere Rasenteil der Strecke wurde schnell zur Erholung genutzt,
bevor es wieder in den Crossteil im unteren Abschnitt ging.
Dort machten uns die Steilkurven und Kehren doch schon sehr zu schaffen.
Ist schon was anderes, wenn man nur Asphalt und Gixxen gewöhnt ist
und sich plötzlich untermotorisiert im Schlamm wieder findet...
Diverse Stürze sorgten für nen krummen Lenker, abgerissenen Tank,
schwergängigen Gasgriff und eine hakelige Schaltung.
Tom#2 sorgte für die beste Showeinlage während der ganzen Veranstaltung:
Auf der langen geraden an der Boxengasse ließ er sich von den Fans feiern,
winkte ihnen freudig zu und startete den Versuch das linke Bein über den Lenker
zu werfen.
Anscheinend hatte er unsere "Schnappiquitschehupe" vergessen
und verfing sich
mit der Hose am Lenker welcher dann spontan umschlug - welch ein Stunt, die
Menge tobte!
Bei dem Versuch sich wieder aufzuraffen viel er prompt über das Luder und biss
erneut in den Dreck.
Leider gibt es hiervon keine Dokumentation, aber es wird unvergessen bleiben!

Vor dem Start noch mal schnell alles gerade biegen, festtüddeln und Tank vertapen

Auf zum Le Mans Start!

Noch konnten wir lachen


Tom#2 erwischte einen guten Start und stürzte sich als erster von uns drei Fahrern ins Rennen

Die Entscheidung das wir in kompletter Schutzkleidung angetreten sind sollte
sich als durchaus sinnvoll erweisen.
Na
ja vom Geisteszustand reden wir mal nicht denn wie bekloppt muss man sein
um mit Ü30 und Ü40 bei
einem Mofarennen an den Start zu gehen...

Und ab sofort lief die Uhr rückwärts


Nach ca. einer Stunde lagen wir auf Platz 20 was uns doch sehr erstaunte.
Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Doch weitere Stürze und
genauere Betrachtung des Nährbodens zwangen uns zu weiteren Reparaturpausen in
der Boxengasse.
Die Handschaltung gab den Geist auf, so daß wir nur noch im 2. Gang fahren
konnten.
Dafür funtionierten die Pedale hervorragend, wenn es mal wieder bergauf ging.
Kurz vor der Rechts zum Anflug auf den Crossteil des Parcours verabschiedete
sich dann noch die hintere Bremse und das Bremsgestänge verhakte sich in der
Felge.
Tolles Gefühl mit den Hacken im Boden zu bremsen.

An dieser Stelle möchten wir Mick#1 noch mal für seine technische
Unterstützung bei kleinen und größren Defekten danken !!!
Und Ria ebenfalls für die moralische Unterstützung "Aufgegeben wird nicht - ihr Luschen!"

Und der nächste Versuch die Bremse wieder zu flicken...


Nach 4 Stunden und 9 Sekunden endlich die lang ersehnte Zieldurchfahrt mit Bierdusche!

Den Berg strampel ich nicht mehr hoch...

Endresultat Platz 26 von 50 Startern, daß war ein kühles Blondes Wert!

Na ja nach dem 4 Stunden Extrem-Ritt sah unser Luder schwer
lädiert aus aber es lebt noch und wird für das nächste
Rennen wieder hergerichtet mit einigen Veränderungen und Verbesserungen...
Das Luder vorher:

Und nachher:



An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei allen herzlich bedanken,
die uns bei dieser Aktion unterstützt haben - rock on !
