Perfektionstraining mit Prospeed in Spa Franchorchamps am 10.&11.08.2004

 

Bereits ende 2003 planten wir unser erstes gemeinsames Renntraining für dieses Jahr.
Knolle & Maike von den Nordgixxern warfen den ersten Zündfunken
und schnell wurden wir eine Racing-Crew von 12 Leuten.
Im Januar 2004 standen dann die Termine fest und wir reservierten unsere Plätze.
Spät entschlossen, aber dennoch mit ein wenig Glück bei der Platzvergabe kamen noch
Jörg und Matthias aus dem Süden dazu (vielen Dank an Robert vom Prospeed - Team!).

Die weiteren Planungen (wer organisiert eigentlich was?) wurden dann
auf der "Motorräder 2004" und auf dem 4. GSXR.de-Treffen besprochen.

Ziemlich genau eine Woche vor dem Start nach Belgien konnte ich dann meinen Urlaub dazu
nutzen meine 75er W wieder für die Strecke umzubauen.

 

Hier noch im originalem Zustand:

Der Umbau:
Alle Flüssigkeiten wurden gewechselt, sämtliche Bremsbeläge erneuert
komplette Rennverkleidung montiert, Serienendtopf gegen Yoshi Carbon getauscht
und die Düsennadeln eine Kerbe tiefer gehängt.
Die Pirelli Diabolo Corsa sollten noch für einen Tag reichen.

Am Montag machten wir uns dann auf den Weg nach Spa:

Kurz vor der Grenze nach Belgien warteten bereits Maike & Frank auf uns:

Na da konnte ja nichts mehr schief gehen... ;-)

In Spa angekommen stellten wir fest, daß wir die ersten vor Ort waren.
Wir meldeten uns an, bekamen unsere Unterlagen, Startnummern, Terminplan
und mieteten unsere Box. Für unsere Nachzügler wurden Boxen neben an reserviert.
Auf Grund von Temperaturen über 35 Grad entschlossen wir uns für einen kühlen Platz in der "Garage" im Fahrerlager.
Gerade als wir uns breit machten kam der Chef persönlich,
der eigentlich diese Plätze frei halten wollte, drückte aber noch mal ein Auge zu.
 

Maike und Frank beim Aufkleben der Startnummern:

Der Blick auf die alte Boxengasse und die berühmte "Eau Rouge":

Ein Blick von der Boxenmauer:
Leider kommt die Steigung der Eau Rouge hier nicht so gut zur Geltung.
Die Anfahrt, die Ideallinie und "Bremsen oder nur Gas lupfen?" sollten
am nächsten Tag noch für genug Benzingespräche sorgen...

Gerrit und Frank beim begutachten der alten Start/Ziel Geraden auf der am Nachmittag noch diverse Porsche,
Mini´s sowie ein F3000 Renner vorbei rauschten:

Jörg und Matthias aus dem Süden kamen am frühen Abend an und gönnten sich nach der langen Anreise erst mal ein Bierchen ;-)

Nach dem Ausladen wurde noch schnell Öl gewechselt:

Der Bremsflüssigkeitswechsel an Jörg´s 11er gestaltete sich auf Grund vergriesgnaddelter Schrauben als "eher schwierig":

Langsam füllte sich auch das Fahrerlager:

Nach gelungener Arbeit und Abschluss aller Vorbereitungen wurde dann der Grill angefeuert:

Am Dienstag Morgen war es dann endlich so weit:
Während Matthias noch die Reifen wechselte,
flogen schon die ersten der ganz schnellen Gruppe an den Boxen vorbei,
während Maike und ich uns schon Gedanken machten wie wir die Eau Rouge überleben sollten...

Frank kurz vor dem ersten turn:

Vormittags bekamen wir Besuch aus Einruhr:
Conny, Mark, Sascha (sieht er nicht fesch aus?) und Axel gaben sich die Ehre.
Gegen Mittag kam auch noch Frank mit seiner Kilo aus Gladbach (Danke für Deine Bilder!).

Die Boxengasse endlich mit  Leben gefüllt:

Gerrit´s Sue:

Fritze´s MV:

 

Jetzt aber endlich auf die Piste:

Knolle beim heraus beschleunigen aus der "La Source":

Im fight und Anflug auf die "Eau Rouge" :

Maike:

Meine Wenigkeit am Ende der "La Source" Spitzkehre:


Mein erster Turn verlief mit großem Respekt vor dieser einzigartigen Rennstrecke.
Zum ersten mal in Spa war es trotz Vorbereitung mit unzähligen Playstation Stunden
sowie der Analyse verschiedener Videos eine ganz andere Welt selbst hier zu fahren.
Ich hätte niemals gedacht, daß solche Höhenunterschiede vorhanden sind!
Sei es das Gefälle der alten Start/Ziel gerade, die Steigung in der Eau Rouge oder
die abschüssige Rechts in der Bruxelles. Es ist kein Vergleich was Ihr in der
Flimmerkiste beim F1 oder auf Videos sehen könnt.
Diese Ardennen-Achterbahn ist etwas besonderes und um sich die Strecke
von fast 7 KM einzuprägen, bedarf es schon etlicher Runden...
Da es für mich nicht das erste Training war, hatte ich mich in der mittleren Gruppe
angemeldet und war ohne Instruktor mehr oder weniger auf mich alleine gestellt.
Eine große Hilfe waren die Pylonen die das Prospeed-Team an Kurven Ein- und Ausgängen positionierte.
So hatte ich gute Anhaltspunkte die ich mit dem Blick fixieren konnte, um die ersten Runden gut zu überstehen.
Teilweise brannten die anderen Racer um mich her als gäbe es kein Morgen und ich lernte ganz neue Bremspunkte kennen...
Der zweite Turn lief schon wesentlich besser.
Meine Rundenzeiten purzelten auf mittlere 3:34 Min. und ich war zufrieden.
Leider sollte es auf Grund der Wetterverhältnisse der letzte Turn für diesen Tag bleiben.

 

Knolle & Gerrit bei der Montage der onboard Kamera.
Leider kam diese am Dienstag nicht mehr zum Einsatz, da sich der Himmel zu zog und es zu Schütten begann.



 

Josef´s Bike wartet auf den nächsten Einsatz:

Dann kam der große Regen (vielleicht hätte man einen anderen Anhänger wählen sollen?) :

Aber es sollte auch Helden geben:

Fritz nutzte den Regen um an seiner gerade mal 1000KM neuen MV Agusta einen Elektrik Fehler zu suchen,
der im ersten Turn einen Totalausfall des Cockpits verursachte.

Leider besserte sich das Wetter nicht mehr:

Um 16:01 Uhr gaben wir als "bekennende Regenschisser" die Hoffnung auf ;-)

Fazit des ersten Tages:


Alle kochen nur mit Wasser und der Anflug auf die Eau Rouge macht einen riesigen Spaß!
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen...
Wie soll doch gleich die Ideallinie sein ??? Die kleinen Pylonen da unten?
Ich glaube für jeden gibt es eine eigene Linie ;-)

Gerrit´s Worten ist nichts hinzu zufügen:
"...eine Strecke, die einfach nur geil ist: schnelle Passagen, schwierige Kurven, Mut-Abschnitte, bergauf und bergab,
hartes Anbremsen, guter Belag, guter Grip – alles, was das Herz begehrt!
Man fährt sozusagen vorne mit Hörnchen und hinten mit nem kleinen Köttel inner Bux.
Eau Rouge hoch und der Übergang in die Raidillon sind schon ein Kapitel für sich, wenn´s dann etwas schneller wird..."


Es gab einige gelbe Flaggen und leider auch einen Rennabbruch, da sich ein CBR Fahrer im
oberen drittel der Eau Rouge in den Reifenstapel katapultierte. Ursache ungeklärt.
Der Fahrer war ansprechbar, hatte aber einige Rippen gebrochen. Um ihm keine inneren
Verletzungen zuzufügen dauerte die Freigabe der Strecke etwas länger.
Auf diesem Wege gute Besserung! Kurz zuvor platzte ein SRAD Motor, aber die beiden
Dinge stehen wohl nicht im Zusammenhang.
Ab 18 Uhr gab es einige Fässer Freibier in der Prospeed Box und wir konnten uns die ersten
Fotos von Profi Markus Kiefer anschauen.
Am Abend beschlossen wir "Eine Kiste Bier und diverse Korea vernichten sorgt für schönes Wetter am nächsten Tag".
Gemütlich ließen wir den Abend mit viel Benzingesprächen am Grill ausklingen und ich beschloss
am nächsten Tag unter die 3:30 Min. zu kommen...


 

Mittwoch Morgen um 6:30 Uhr im belgischen Spa Francorchamps:

In der Nacht hatte es noch mehr geregnet und der Nebel hielt sich in den Bergen - typisches Eifel/Ardennenwetter:

Da um diese Uhrzeit noch nicht viel los war, machte ich den Tank voll und stellte die 75er auf die Waage: 208Kg !

Zu Beginn des ersten Turns um 9 Uhr hatte sich der Nebel verzogen,
aber die Strecke war noch ziemlich nass, so daß ich nur für eine
Runde rausgefahren bin um die Lage zu erkunden.
Nach mir war die schnelle Gruppe am Start und die Strecke trocknete vollkommen ab.

Warten an der Boxenmauer auf Knolle und Maike:

Maike mit der "347" :

Knolle mit der Startnummer 104 auf der Jagd nach 3:11er Zeiten:

Diverse Mitstreiter:

Auf dem Weg zu meiner persönlichen Bestzeit:

Fazit des zweiten Tages:

Im ersten Turn nur eine Inspektions- Runde gedreht.
Die Piste war noch nass, trocknete aber langsam ab.
Die nächsten vier Turns durchgefahren, allerdings gab es häufig gelbe Flaggen.
Einige übertrieben es und wollten offensichtlich den verregneten Nachmittag vom Vortag aufholen und landeten im Kies.
Eine Runde verschenkte ich durch einen leeren Tank, im nächsten Turn wiederum eine Runde durch mein flatterndes Halstuch.
Zur Mittagszeit stiegen die Temperaturen wieder sehr hoch, Jörg und ich hatten große Probleme mit unseren Vergasern.
Der Motor stotterte und verreckte bei hohen Drehzahlen wahrscheinlich durch Bläschenbildung mangels ausreichender Kühlung.
Des weiteren plagte ein verdreckter Benzinhahn die Leistungsausbeute seiner 11er W,
was wir zum Glück wieder zügig auf die Reihe bekamen.

Nach ein paar Runden des dritten Starts wurde das Rennen wieder abgebrochen,
da ein Gixxer aus Düsseldorf und ein weiterer Racer im Kiesbett endeten (glaube es war kurz vor der Stavelot rechts)
und der Sani raus musste. Ich hoffe es ist nicht viel passiert!

In der Pause konnte ich den gelösten Luftfilterkasten meiner 75er W wieder fest schrauben,
der für gezogene Nebenluft und Leistungsverlust verantwortlich war.
Vor dem letzten Start gegen 17 Uhr war dieses Problem beseitigt und
die Außentemperaturen sanken auch wieder auf erträgliche Werte.

Da sich schon einige Rutscher und Unfälle ereignet hatten,
beschloss ich die letzten Runden richtig zu genießen und startete gelassen und guter Dinge in meinen letzten Turn.
Die Strecke war mittlerweile bekannt, ich wollte aber keine Rekorde brechen und alles wieder heil nach Hause bringen.
Zu meinem Entsetzten brannte Petra in der vierten Runde innen in der Stavelot Schikane mit der R1 von Franek über mich her - das durfte doch nicht wahr sein! Das Racingblut liegt wahrscheinlich in der Familie... Dran bleiben? Keine Chance!

Nichts desto trotz habe ich mein Ziel erreicht: Eine 3:28.629 in der 18. Runde des Tages
und alles ohne großartige Verbremser oder Ausrutscher. Gelassen läuft´s auch hier, aber da geht sicherlich noch was ;-)

Wie sagt man immer - wenn es am schönsten ist soll man (leider) aufhören.  Spa? Immer wieder!

Zum Veranstalter ProSpeed:
Tolle Organisation und immer nette Ansprechpartner zu gegen.
Reichlich Streckenposten, die Ihre Arbeit auch gut erledigt haben.

 We survived:

Hier einige Photo´s unserer Truppe geschossen von Markus Kiefer:

Alle die Sehnsucht nach der Strecke haben, oder mal eine Runde on board fahren wollen:

KLICK

 

Letzte Eindrücke:

Die Bikerschool präsentierte sich auch vor Ort:

Was hat dieses Gefährt mit den "Bikers Classics" am Hut ? Immer diese Sponsoren...

Last but not least:

 

 

 

 

 

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